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CDC meldet landesweit mehr Tollwut-Expositionen — und Fehler bei der Behandlung

Der Verbrauch von Tollwut-Impfstoff stieg in diesem Sommer um 33 Prozent, der von Immunglobulin um 76 Prozent gegenüber dem Vorjahr, meldet die US-Seuchenschutzbehörde CDC. Zugleich häufen sich Fehler bei der Verabreichung.

Meridians Leben-Redaktion

Published 14. September 2026 · Updated 14. September 2026 · 4 min read

CDC meldet landesweit mehr Tollwut-Expositionen — und Fehler bei der BehandlungPets
Photo: Photo by Mikhail Nilov / Pexels (Pexels License — free to use, no attribution legally required (credited above as good practice).)

The short answer

  • Das Health Alert Network der CDC meldet für Juli und August 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 17 Prozent mehr Anfragen zu Tollwut, 33 Prozent mehr verbrauchten Impfstoff und 76 Prozent mehr Immunglobulin.
  • Mindestens acht Gesundheitsbehörden von Bundesstaaten melden eine Zunahme der Behandlungen nach einer Exposition oder der Fehler dabei.
  • Die CDC benennt acht konkrete Fehler, die Behandelnden unterlaufen — darunter die Injektion des Impfstoffs in den falschen Muskel und das Weglassen des Immunglobulins, wo es erforderlich ist.
  • Sind die Symptome erst da, verläuft Tollwut fast immer tödlich; eine rasche und korrekt verabreichte Behandlung verhindert sie jedoch. Die CDC rät, den Impfschutz von Haustieren aktuell zu halten und Kontakt mit Wildtieren zu meiden.

Nach Angaben der CDC brauchten in diesem Sommer mehr Menschen in den USA eine Tollwutbehandlung als im Vorjahr — und bei der Verabreichung unterlaufen den Behandelnden vermeidbare Fehler. Beides geht Haustierhalterinnen und -halter unmittelbar an, denn Hunde und Katzen sind einer der häufigsten Gründe, warum eine solche Behandlung überhaupt nötig wird.

Die Zahlen

Laut einer Warnmeldung des CDC Health Alert Network für Juli und August 2026 stiegen die Anfragen zu Tollwut gegenüber denselben beiden Monaten des Jahres 2025 um 17 Prozent und der Verbrauch von Tollwut-Impfstoff um 33 Prozent; der Verbrauch von Tollwut-Immunglobulin lag Anfang September um 76 Prozent höher. Mindestens acht Gesundheitsbehörden von Bundesstaaten meldeten eine Zunahme der Postexpositionsprophylaxe oder der Fehler dabei. Zur Einordnung: Nach Angaben der CDC suchen in den USA jährlich rund 1,4 Millionen Menschen nach Tierkontakt ärztliche Hilfe, etwa 100.000 von ihnen erhalten eine Behandlung nach der Exposition. Diese kostet laut Behörde in der Regel 11.000 bis 14.000 Dollar pro Person.

Was bei der Behandlung schiefläuft

Die Warnmeldung der CDC führt konkrete Fehler auf, die Behandelnden unterlaufen sind:

  • Die Injektion des Impfstoffs in die Gesäßmuskulatur; sie ist unwirksam und muss an anderer Stelle wiederholt werden
  • Das Immunglobulin wird nicht in und um alle Wundstellen herum infiltriert
  • Immunglobulin und Impfstoff werden in derselben Spritze oder an derselben Einstichstelle gegeben
  • Das Immunglobulin wird weggelassen, obwohl die Vorgeschichte der Patientin oder des Patienten es erfordert
  • Immunglobulin wird an bereits vollständig Geimpfte gegeben, die es nicht brauchen
  • Ein falsches Impfschema wird verwendet oder eine bereits begonnene Impfserie unnötig neu gestartet

Die korrekte Behandlung, einfach erklärt

Wer zuvor nicht gegen Tollwut geimpft war, erhält als Standard Immunglobulin sowie Impfdosen an den Tagen 0, 3, 7 und 14. Wer bereits geimpft ist, braucht nur den Impfstoff an den Tagen 0 und 3, kein Immunglobulin. Die Injektion erfolgt bei Erwachsenen und Kindern über zwei Jahren in den Deltamuskel, bei jüngeren Kindern in den Deltamuskel oder den äußeren Oberschenkel — niemals in das Gesäß. Immunglobulin kann bis einschließlich zur dritten Impfdosis noch gegeben werden, danach wird es nicht mehr empfohlen.

Was das für Haustierhalter bedeutet

Der Kern des CDC-Rats: den Tollwut-Impfschutz von Haustieren aktuell halten, Kontakt mit Wildtieren und mit kranken Tieren meiden. Und wenn es doch zu einem Biss oder Kratzer kommt — durch ein Haustier, ein streunendes oder ein wildes Tier —, die Wunde sofort 15 Minuten lang mit Wasser und Seife auswaschen, das Tier wenn möglich sicher einsperren und umgehend das zuständige Veterinäramt sowie eine Ärztin oder einen Arzt einschalten, statt abzuwarten, ob Symptome auftreten.

Sources

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