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Inflation bei 2,9 Prozent: Der Tank kostet, die Heizung entlastet

Kraftstoffe und Heizöl ziehen die Teuerung nach oben, während Strom und Gas billiger sind als vor einem Jahr.

Meridians Wirtschafts-Redaktion

Published 17. September 2026 · Updated 17. September 2026 · 4 min read

Inflation bei 2,9 Prozent: Der Tank kostet, die Heizung entlastetFinance

The short answer

  • Die Inflationsrate lag im August 2026 bei 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, nach 2,8 Prozent im Juli.
  • Energie insgesamt verteuerte sich um 10,5 Prozent. Kraftstoffe kosteten 27,7 Prozent mehr, Heizöl 49,6 Prozent.
  • Haushaltsenergie wurde dagegen billiger: Strom minus 5,5 Prozent, Erdgas minus 2,9 Prozent, Fernwärme minus 1,0 Prozent.
  • Zugleich meldet das Statistische Bundesamt, dass 2025 rund 3,8 Millionen Menschen in Haushalten mit Zahlungsrückständen bei Versorgungsbetrieben lebten.

Die Inflationsrate in Deutschland lag im August 2026 bei 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Juli waren es 2,8 Prozent. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent. Das Statistische Bundesamt nennt die gestiegenen Energiepreise als Hauptgrund für die Gesamtteuerung. Der Satz verdeckt allerdings, dass Energie in diesem Monat in zwei Richtungen zog.

Wo die Teuerung herkommt

  • Energie insgesamt: plus 10,5 Prozent gegenüber August 2025
  • Kraftstoffe: plus 27,7 Prozent
  • Heizöl: plus 49,6 Prozent
  • Haushaltsenergie insgesamt: minus 0,7 Prozent
  • Strom: minus 5,5 Prozent, Erdgas: minus 2,9 Prozent, Fernwärme: minus 1,0 Prozent

Für Ihren Haushalt heißt das: Wer pendelt, spürt den Anstieg jede Woche an der Zapfsäule. Wer mit Öl heizt und den Tank im Sommer füllt, zahlt deutlich mehr als im Vorjahr. Wer dagegen mit Strom, Gas oder Fernwärme heizt, steht gegenüber dem Vorjahr etwas besser da – die Entlastung bei der Haushaltsenergie geht laut Statistischem Bundesamt auf staatliche Maßnahmen zurück.

Lebensmittel: im Schnitt ruhig, im Regal nicht

Nahrungsmittel verteuerten sich im Jahresvergleich um lediglich 0,1 Prozent. Der Durchschnitt verbirgt große Ausschläge: Eier kosteten 15,2 Prozent mehr, Butter dagegen 29,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie lag bei 2,4 Prozent und damit unter der Gesamtrate. Dienstleistungen verteuerten sich um 2,8 Prozent, die Nettokaltmieten um 1,9 Prozent.

Wer die Rechnungen nicht mehr zahlt

Vier Tage nach der Inflationsmeldung veröffentlichte das Statistische Bundesamt eine zweite Zahl, die dazugehört: 2025 lebten rund 3,8 Millionen Menschen in Deutschland in Haushalten mit Zahlungsrückständen bei Rechnungen von Versorgungsbetrieben. Das sind 4,6 Prozent der Bevölkerung, nach 5,0 Prozent im Jahr 2024. Mieterinnen und Mieter waren mit 5,8 Prozent häufiger betroffen als Eigentümer mit 3,3 Prozent. Die Wohnnebenkosten stiegen zuletzt um 3,1 Prozent und damit stärker als die Verbraucherpreise insgesamt. Die Angaben stammen aus der Erhebung EU-SILC, die seit 2020 in den Mikrozensus eingebunden ist.

Sources

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