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Fünf Warnungen in vier Tagen: So prüfen Sie einen Anlageanbieter, bevor Sie überweisen

Die BaFin warnt derzeit im Wochentakt vor nachgebauten Zins- und Handelsplattformen — die Prüfung dauert wenige Minuten und läuft immer gleich ab.

Meridians Wirtschafts-Redaktion

Published 26. August 2026 · Updated 26. August 2026 · 4 min read

Fünf Warnungen in vier Tagen: So prüfen Sie einen Anlageanbieter, bevor Sie überweisenFinance

The short answer

  • Die BaFin veröffentlichte am 21. und 24. August 2026 fünf Warnmeldungen zu Websites, die ohne Erlaubnis Bank- und Finanzdienstleistungen anbieten.
  • Darunter ist ein angebliches Zinsvergleichsportal und eine Reihe fast identischer Handelsplattformen.
  • Rechtsgrundlage der Veröffentlichung ist Paragraf 37 Absatz 4 Kreditwesengesetz.
  • Die Verbraucherzentrale nennt vier Prüfschritte, die vor jeder Überweisung stehen sollten.

Wer im Netz nach Tagesgeld sucht, landet inzwischen mit einiger Wahrscheinlichkeit auf einer Seite, die es so nicht gibt. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat allein am 21. und 24. August 2026 fünf Warnmeldungen veröffentlicht. Betroffen sind unter anderem beste-zinsvergleich(.)de, das nach Einschätzung der Behörde nicht registrierte Tagesgeldangebote vermittelt, sowie navigatorpf(.)com, rivolifinances(.)com und tresorbit(.)com. Grundlage der Veröffentlichung ist Paragraf 37 Absatz 4 Kreditwesengesetz.

Die Masche ist industriell

Am 7. August 2026 warnte die BaFin vor einer ganzen Reihe nahezu identischer Websites, die mit der Formel „Willkommen bei [Name] — Eine sichere und zuverlässige Handelsplattform“ auftreten; genannt werden Fidentiwealth(.)com, Habitoltd(.)com und Bluebirdsrl(.)com. Die Betreiber bieten ohne Erlaubnis Bankgeschäfte oder Finanzdienstleistungen an und werden nicht von der BaFin beaufsichtigt. Bei Zinsangeboten beschreibt die Verbraucherzentrale dasselbe Muster: Kriminelle bauen seriöse Vermittlungsplattformen nach, teils unter fast identischen Internetadressen. Die versprochenen Zinsen sind entweder utopisch — oder sie liegen nur knapp über den echten Sätzen, damit die Seite in Vergleichen oben auftaucht. Überwiesen werden soll dann auf ein Konto mit ausländischer IBAN.

Die vier Prüfschritte

  • Unternehmensdatenbank der BaFin abfragen. Wer dort nicht gelistet ist, könnte ein Betrüger sein.
  • Alter der Domain prüfen (WHOIS-Abfrage). Besteht die Internetseite weniger als ein Jahr, ist das ein Warnzeichen.
  • Impressum lesen und das dort genannte Unternehmen separat recherchieren.
  • Auf die Legitimationsprüfung achten. Wird Ihre Identität gar nicht oder nur oberflächlich geprüft, ist Vorsicht geboten.

Der wirksamste Schritt kostet nichts und steht vor allen anderen: Gehen Sie direkt auf die Internetseite der Bank, statt einem Vergleichsergebnis oder einem Link aus einer E-Mail zu folgen. Und prüfen Sie vor der Überweisung die IBAN. Eine deutsche Bank verlangt für ein deutsches Tagesgeldkonto in aller Regel keine Einzahlung auf ein ausländisches Konto.

Warum die Einlagensicherung hier nicht hilft

Die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro je Kunde und Institut greift nur bei zugelassenen Banken. Wer an einen Anbieter ohne Erlaubnis überweist, hat kein Institut, das haften könnte — und in der Regel auch keine Rückholmöglichkeit, sobald das Geld auf dem Empfängerkonto war. Nach der vermeintlichen Kontoeröffnung bricht der Kontakt ab. Die Prüfung vorher ist deshalb nicht Vorsicht, sondern der einzige Schutz.

Sources

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