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Frühstartrente: 10 Euro im Monat vom Staat — und eine Entscheidung, die Eltern ab Januar treffen müssen

Das Kabinett hat den Regierungsentwurf beschlossen. Zuerst dran sind die Jahrgänge 2020 und 2021 — aber nur, wenn ein Depot existiert.

Meridians Wirtschafts-Redaktion

Published 5. September 2026 · Updated 5. September 2026 · 5 min read

Frühstartrente: 10 Euro im Monat vom Staat — und eine Entscheidung, die Eltern ab Januar treffen müssenFinance
Photo: Foto von Markus Winkler / Pexels (Pexels-Lizenz — kostenlos nutzbar, Nennung rechtlich nicht erforderlich (oben dennoch angegeben).)

The short answer

  • Das Bundeskabinett hat am 12. August 2026 den Regierungsentwurf für die Frühstartrente beschlossen.
  • Vorgesehen sind 10 Euro im Monat vom Staat für Kinder von 6 bis 18 Jahren, zusammen 1.440 Euro je Kind.
  • Den Anfang machen zum 1. Januar 2027 die Jahrgänge 2020 und 2021, für den Jahrgang 2020 rückwirkend ab dem 1. Januar 2026.
  • Das Geld fließt in ein zertifiziertes Standarddepot, das die Eltern abschließen müssen; ohne Vertrag legt die Deutsche Bundesbank die Beiträge gesammelt an.

Das Bundeskabinett hat am 12. August 2026 den Regierungsentwurf für die Frühstartrente beschlossen. Der Staat zahlt danach 10 Euro im Monat in ein privates Altersvorsorgedepot ein — für jedes Kind zwischen 6 und 18 Jahren mit Hauptwohnsitz in Deutschland. Über zwölf Jahre kommen so 1.440 Euro je Kind zusammen. Das Geld gehört dem Kind. Anrühren lässt es sich aber sehr lange nicht.

Wer zuerst an der Reihe ist

Losgehen soll es am 1. Januar 2027, und zwar zunächst nur für zwei Jahrgänge: 2020 und 2021. Für den Jahrgang 2020 zahlt der Staat rückwirkend ab dem 1. Januar 2026. Ab 2028 kommt dann jedes Jahr ein weiterer Jahrgang hinzu. Wer heute ein zehnjähriges Kind hat, ist also vorerst nicht dabei — das ist keine Warteliste, sondern ein Stufenplan, der sich Jahrgang für Jahrgang nach unten arbeitet.

Was Eltern entscheiden müssen

Das Geld fließt nicht automatisch auf ein Familienkonto. Vorgesehen ist ein zertifizierter Standarddepot-Vertrag bei einem privaten Anbieter, den die Eltern selbst abschließen — möglich ab dem 1. Januar 2027. Wird kein Vertrag geschlossen, geht der Anspruch nicht verloren: Die Deutsche Bundesbank legt die Beiträge dann gesammelt an, bis das Kind 35 Jahre alt ist. Erst wenn bis dahin ein zertifizierter Vertrag vorliegt, wird der Anteil übertragen.

  • 10 Euro im Monat vom Staat, vom 6. bis zum 18. Lebensjahr — zusammen 1.440 Euro je Kind.
  • Eigene Einzahlungen sind bis 6.840 Euro im Jahr möglich. Einzahlen dürfen auch Großeltern oder nicht verwandte Dritte.
  • Die effektiven Kosten des Depots dürfen 1 Prozent im Jahr nicht übersteigen. Abschluss- und Vertriebskosten sind bis zum 18. Geburtstag ausgeschlossen.
  • Die Erträge bleiben bis zum Beginn der Auszahlungsphase steuerfrei. Besteuert wird nachgelagert, also erst bei Auszahlung.
  • Ausgezahlt wird grundsätzlich nicht vor 65. Eigene Einzahlungen lassen sich früher entnehmen; die darauf entfallenden Erträge sind dann steuerpflichtig.
  • Mit 18 enden die staatlichen Zahlungen. Der Vertrag läuft weiter oder wird auf ein anderes zertifiziertes Produkt übertragen.

Das Finanzministerium rechnet vor, dass aus den staatlichen Beiträgen allein bis zum 65. Lebensjahr rund 53.000 Euro werden können; zahlen Eltern zusätzlich 10 Euro im Monat ein, wären es rund 107.000 Euro. Beide Zahlen beruhen auf einer unterstellten Rendite von 7 Prozent im Jahr über fast sechs Jahrzehnte. Das ist eine Annahme, keine Zusage. Und die zulässige Kostenquote von 1 Prozent geht davon jedes Jahr ab — bei einem Grundstock von 1.440 Euro und einer Laufzeit dieser Länge entscheidet gerade diese Zahl spürbar mit. Wenn die Angebote im Januar kommen, ist der Kostenvergleich deshalb der ganze Vergleich.

Sources

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