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930.000 Dollar Strafe: Die FTC ahndet eine erfundene „KI-gestützte“ Werbeaussteuerung

Cox Media Group und zwei Partner zahlen, nachdem die FTC festgestellt hat, dass ihr Dienst „Active Listening“ die behaupteten Sprachdaten von Smart-Geräten nie nutzte. Unabhängig davon liegen vier KI-Gesetzentwürfe auf dem Schreibtisch von Kaliforniens Gouverneur Newsom.

Meridians Technik-Redaktion

Published 13. September 2026 · Updated 13. September 2026 · 5 min read

930.000 Dollar Strafe: Die FTC ahndet eine erfundene „KI-gestützte“ WerbeaussteuerungAI
Photo: Photo by Tara Winstead / Pexels (Pexels License — free to use, no attribution legally required (credited above as good practice).)

The short answer

  • Die FTC hat am 27. August 2026 eine Verfügung abgeschlossen, nach der Cox Media Group 880.000 Dollar sowie MindSift LLC und 1010 Digital Works LLC je 25.000 Dollar zahlen müssen – wegen falscher Angaben zu einem „KI-gestützten“ Dienst zur Werbeaussteuerung namens „Active Listening“.
  • Die FTC stellte fest, dass der Marketingdienst nicht auf mitgeschnittenen Sprachdaten von Smart-Geräten beruhte und dass Verbraucherinnen und Verbraucher einer solchen Aussteuerung nie zugestimmt hatten – entgegen den Angaben, mit denen die Unternehmen bei Werbekunden warben.
  • Unabhängig davon hat Kaliforniens Parlament vor der Vertagung vier KI-Gesetzentwürfe an Gouverneur Newsom weitergeleitet, darunter eine Neufassung des kalifornischen AI Transparency Act (SB 1000) und einen Entwurf, der Arbeitgebern verbietet, Beschäftigte allein aufgrund der Entscheidung eines automatisierten Systems zu entlassen oder zu sanktionieren (SB 947).
  • Mit Stand 13. September ist keiner der vier kalifornischen Entwürfe unterzeichnet; Newsom hat sich öffentlich nicht dazu geäußert, ob er sie unterzeichnet, sein Veto einlegt oder sie ohne Unterschrift in Kraft treten lässt.

Diese Woche ist ein KI-Verfahren mit einer konkreten Zahl abgeschlossen worden, und auf dem Schreibtisch eines Gouverneurs liegt ein Stapel KI-Gesetzentwürfe – unterschrieben ist keiner davon. In keinem der beiden Fälle geht es um einen Chatbot oder ein aufsehenerregendes neues Modell. In beiden geht es darum, wer behaupten darf, ein Produkt laufe mit KI, und was passiert, wenn sich diese Behauptung als falsch erweist.

Was die FTC festgestellt hat

Am 27. August 2026 hat die Federal Trade Commission Verfügungen gegen Cox Media Group (juristisch: CMG Media Corporation), MindSift LLC und 1010 Digital Works LLC abgeschlossen. Der Vorwurf der FTC: Die Unternehmen vermarkteten einen „KI-gestützten“ Dienst namens Active Listening, der lokale Werbung angeblich anhand von Gesprächen aussteuerte, die über die Smart-Geräte von Verbrauchern mitgeschnitten wurden, und versicherten Werbekunden, die Betroffenen hätten dem zugestimmt. Nach Feststellung der FTC traf beides nicht zu: Der Dienst beruhte nicht auf mitgeschnittenen Sprachdaten, und niemand hatte einem solchen Programm zugestimmt.

  • Cox Media Group zahlt 880.000 Dollar
  • MindSift LLC zahlt 25.000 Dollar
  • 1010 Digital Works LLC zahlt 25.000 Dollar
  • Insgesamt 930.000 Dollar, vorgesehen zur Entschädigung betroffener Kundinnen und Kunden der Cox Media Group
  • Die Kommission stimmte den endgültigen Verfügungen mit 2 zu 0 Stimmen zu

Warum der Fall über einen einzelnen Werbeanbieter hinausweist

Der Fall führt vor Augen, dass „KI-gestützt“ eine Werbeaussage ist, die die FTC daran misst, was ein Produkt tatsächlich leistet, nicht daran, wie es beworben wird. Werbekunden, die Active Listening in der Annahme buchten, es verarbeite Sprachdaten in Echtzeit, bezahlten den Feststellungen der FTC zufolge für eine Funktion, die es nicht gab.

Kaliforniens KI-Gesetzentwürfe warten auf eine Unterschrift

Unabhängig davon hat das kalifornische Parlament seine Sitzungsperiode beendet und dabei mehrere KI-Gesetzentwürfe verabschiedet, über die nun Gouverneur Gavin Newsom entscheiden muss. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ist keiner davon unterzeichnet.

  • SB 1000 – fasst den California AI Transparency Act neu, erweitert den Kreis der Unternehmen, die als „covered providers“ generativer KI-Systeme gelten, und ändert deren Offenlegungspflichten
  • SB 947 („No Robo Bosses Act“) – würde Arbeitgebern untersagen, sich bei Sanktionen oder Kündigungen allein auf ein automatisiertes Entscheidungssystem zu stützen; bei Unterzeichnung in Kraft ab dem 1. Juli 2027
  • SB 903 – würde den Einsatz von KI als Ersatz für zugelassene Fachkräfte im Bereich der psychischen Gesundheit einschränken
  • SB 813 – würde Anforderungen an Organisationen festlegen, die die Risiken von KI-Systemen unabhängig bewerten

Beide Vorgänge weisen in dieselbe Richtung: Nachdem KI-Produkte jahrelang schneller auf den Markt kamen, als Regeln sie beschreiben konnten, prüfen nun eine Bundesbehörde und ein Landesparlament die Lücke zwischen dem, was Unternehmen über ihre KI sagen, und dem, was diese tatsächlich tut.

Sources

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