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Lidl ruft Schoko-Erdbeeren zurück: Zwei Chargen mit zu viel Chlorpyrifos

Der Wirkstoff ist in der EU seit 2020 nicht mehr zugelassen — wer die Packung noch im Schrank hat, bekommt sein Geld auch ohne Kassenbon zurück.

Meridians Leben-Redaktion

Published 11. September 2026 · Updated 11. September 2026 · 4 min read

Lidl ruft Schoko-Erdbeeren zurück: Zwei Chargen mit zu viel ChlorpyrifosFood
Photo: Foto von leeloothefirst / Pexels (Pexels-Lizenz — kostenlos nutzbar, Nennung rechtlich nicht erforderlich (oben dennoch angegeben).)

The short answer

  • Lidl hat am 9. September 2026 die Süßware "Deluxe Erdbeeren in weißer Schokolade" in der 120-Gramm-Packung bundesweit zurückgerufen.
  • Betroffen sind ausschließlich die Chargen 12 L160426-1 und 13 L160426-1 mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 16.04.2027.
  • Grund ist der Pestizidwirkstoff Chlorpyrifos oberhalb des gesetzlichen Grenzwerts. Die EU hat die Genehmigung für den Stoff 2020 auslaufen lassen.
  • Krankheitsfälle sind nicht bekannt. Die Ware kann in jeder Filiale zurückgegeben werden, der Kaufpreis wird auch ohne Kassenbon erstattet.

Lidl hat am 9. September 2026 eine Süßware aus dem eigenen Sortiment zurückgerufen: die "Deluxe Erdbeeren in weißer Schokolade" in der 120-Gramm-Packung. Aufgefallen ist der Fehler bei einer Eigenuntersuchung des Unternehmens. In den Proben fand sich der Pestizidwirkstoff Chlorpyrifos oberhalb des gesetzlich zulässigen Gehalts. Erkrankungen sind nach den vorliegenden Meldungen nicht bekannt geworden.

Worauf Sie auf der Packung achten müssen

  • Produkt: "Deluxe Erdbeeren in weißer Schokolade", 120 Gramm, Inverkehrbringer Lidl Stiftung & Co. KG
  • Betroffene Chargen: 12 L160426-1 und 13 L160426-1
  • Mindesthaltbarkeitsdatum: 16.04.2027
  • Verkauf: bundesweit in Lidl-Filialen
  • Kundenhotline des Unternehmens: 00800 5435 5435

Warum der Stoff in der EU nicht mehr zugelassen ist

Chlorpyrifos ist ein Insektizid aus der Gruppe der Organophosphate. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit kam 2019 zu dem Ergebnis, dass der Wirkstoff die gesetzlichen Kriterien für eine Erneuerung seiner Genehmigung nicht erfüllt. Ausschlaggebend waren Hinweise auf entwicklungsneurotoxische Wirkungen bei Kindern und ein genotoxisches Potenzial, das sich nicht ausschließen ließ. Ein sicherer Richtwert ließ sich nach dieser Bewertung nicht festlegen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schloss sich der Einschätzung in einer Mitteilung vom 8. August 2019 an.

Die Folge steht in der Verordnung (EU) 2020/1085 vom 23. Juli 2020: Die bisherigen Rückstandshöchstgehalte für Chlorpyrifos und Chlorpyrifos-methyl wurden gestrichen, stattdessen gilt seit dem 6. August 2020 für alle Erzeugnisse die analytische Bestimmungsgrenze von 0,01 Milligramm je Kilogramm. Praktisch heißt das: Der Stoff darf in Lebensmitteln nicht mehr nachweisbar sein. Wird er es doch, ist der Grenzwert überschritten — unabhängig davon, wie klein die Menge ausfällt.

Wer eine der beiden Chargen zu Hause hat, sollte sie nicht essen. Die Rückgabe ist in jeder Lidl-Filiale möglich, der Kaufpreis wird nach Angaben des Unternehmens auch ohne Kassenbon erstattet. Packungen mit anderen Chargennummern oder einem anderen Mindesthaltbarkeitsdatum sind vom Rückruf nicht erfasst.

Sources

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