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Tankrabatt ausgelaufen: Warum an der Zapfsäule mehr fehlt als 17 Cent

Das Bundeskartellamt hat nachgerechnet, wie viel der befristeten Energiesteuersenkung bei den Autofahrern ankam – und wie schnell der Rabatt am 1. Juli wieder verschwand.

Meridians Wirtschafts-Redaktion

Published 21. August 2026 · Updated 21. August 2026 · 4 min read

Tankrabatt ausgelaufen: Warum an der Zapfsäule mehr fehlt als 17 CentAutomotive
Photo: Foto von Engin Akyurt / Pexels (Pexels-Lizenz — kostenlos nutzbar, Nennung rechtlich nicht erforderlich (oben dennoch angegeben).)

The short answer

  • Vom 1. Mai bis 30. Juni 2026 war die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14,04 Cent je Liter gesenkt, brutto rund 16,7 Cent.
  • Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe schätzt die Weitergabe auf 13,8 Cent bei Diesel und 13,0 Cent bei E5-Benzin.
  • Vom 30. Juni auf den 1. Juli stiegen die Preise um 9,6 Cent (Benzin) und 10,4 Cent (Diesel) je Liter.
  • Im Juli 2026 lagen Kraftstoffe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 23,0 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Zwei Monate lang war Tanken billiger, dann war der Effekt an einem einzigen Tag wieder weg. Bundestag und Bundesrat hatten das Zweite Energiesteuersenkungsgesetz am 24. April 2026 beschlossen, zum 1. Mai trat es in Kraft, am 30. Juni lief es aus. Das Bundesfinanzministerium beziffert die Entlastung auf rund 1,6 Milliarden Euro.

Wie hoch die Senkung war

Der Steuersatz sank für Benzin und Diesel um jeweils 14,04 Cent je Liter. Weil auf die Energiesteuer auch Umsatzsteuer anfällt, entspricht das brutto rund 16,7 Cent. Erfasst waren neben Benzin und Diesel auch HVO und gleichgestellte Kraftstoffe.

Wie viel davon an der Säule ankam

Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt hat die Weitergabe für ihren Quartalsbericht vom 10. Juli 2026 geschätzt. Vollständig war sie nicht.

  • Diesel: rund 13,8 Cent je Liter weitergegeben, also etwa 82,6 Prozent. Es fehlten rund 2,9 Cent.
  • E5-Benzin: rund 13,0 Cent je Liter, also etwa 77,8 Prozent. Es fehlten rund 3,7 Cent.
  • Die Lücke entstand nach Einschätzung der Behörde überwiegend auf Tankstellenebene.
  • Die Bruttomarge lag im zweiten Quartal um rund 3,3 Cent (Diesel) und 1,9 Cent (E5) über dem ersten Quartal 2026.

Der 1. Juli war teurer als der 30. Juni

Beim Auslaufen ging es schneller. Von einem Tag auf den anderen stiegen die Preise laut Markttransparenzstelle um 9,6 Cent je Liter bei Benzin und um 10,4 Cent bei Diesel. Das Statistische Bundesamt sieht denselben Effekt in der Monatsstatistik: Kraftstoffe verteuerten sich im Juli gegenüber Juni um 11,2 Prozent und lagen 23,0 Prozent über dem Vorjahreswert. Neben dem Auslaufen der Steuersenkung nennt die Behörde den durch den Iran-Konflikt getriebenen Ölpreis als zweiten Grund.

Die Zwölf-Uhr-Regel gilt weiter

Auch ohne Steuerrabatt bleibt der Tagesrhythmus der wichtigste Hebel, den Sie selbst in der Hand haben. Die Markttransparenzstelle beschreibt in demselben Bericht das bekannte Muster: Um die Mittagszeit ziehen die Preise im Schnitt um rund 7,3 Prozent an und bauen diesen Aufschlag bis zum Abend zu etwa 80 Prozent wieder ab. Von den gemeldeten Preisänderungen um 12 Uhr lagen 87,5 Prozent im engen Fenster zwischen 11:50 und 12:10 Uhr. Wer abends tankt, zahlt also in aller Regel weniger als mittags.

Was Sie daraus mitnehmen

  • Der Preissprung zum 1. Juli ist kein Ausreißer, sondern das erwartbare Ende einer befristeten Steuersenkung.
  • Der Abstand zwischen Mittag und Abend ist oft größer als der Unterschied zwischen zwei Marken im selben Ort.
  • Die Preismeldungen aller Tankstellen sind über zugelassene Verbraucher-Informationsdienste öffentlich zugänglich; die Markttransparenzstelle selbst gibt keine Preise an Verbraucher heraus.

Sources

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