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Pannenstatistik 2026: Das vierjährige E-Auto bleibt halb so oft liegen wie der gleich alte Verbrenner

Der ADAC hat 3,7 Millionen Straßenwacht-Einsätze ausgewertet. In jeder Altersklasse liegt die Pannenkennziffer der Elektroautos unter der der Verbrenner — und die häufigste Ursache ist bei beiden dieselbe.

Meridians Technik-Redaktion

Published 31. August 2026 · Updated 31. August 2026 · 6 min read

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Photo: Foto von Paul / Pexels (Pexels-Lizenz — kostenlos nutzbar, Nennung rechtlich nicht erforderlich (oben dennoch angegeben).)

The short answer

  • Der ADAC hat für die Pannenstatistik 2026 die Einsätze des Jahres 2025 ausgewertet: fast 3,7 Millionen Mal rückte die Straßenwacht aus, 1,6 Prozent häufiger als im Vorjahr.
  • Bei vierjährigen Fahrzeugen lag die Pannenkennziffer der Elektroautos 2025 bei 6,5, die gleich alter Verbrenner bei 12,5. Bei Fünfjährigen nennt der ADAC einen Abstand von 40 Prozent.
  • Die zuverlässigsten Dreijährigen waren nach ADAC-Angaben der BMW i3 mit einer Kennziffer von 0,4 und das Tesla Model 3 mit 0,7; unter den Verbrennern der Mini und der BMW X2 mit je 0,8.
  • Die Statistik ist keine Zufallsstichprobe, sondern eine Auswertung von ADAC-Einsätzen. Und die häufigste Pannenursache ist bei Stromern wie Verbrennern dieselbe: die 12-Volt-Batterie.

Die Frage, ob Elektroautos zuverlässiger sind als Verbrenner, wird meist mit Meinungen beantwortet. Es gibt aber eine Datenreihe, die sie mit Einsatzprotokollen beantwortet: die Pannenstatistik des ADAC. Für die Ausgabe 2026, veröffentlicht am 23. April 2026, hat der Club die Einsätze des Jahres 2025 ausgewertet — fast 3,7 Millionen Mal rückte die Straßenwacht aus, 1,6 Prozent häufiger als im Jahr davor. Bewertet wurden 158 Fahrzeugreihen von rund 27 Marken mit Erstzulassungen zwischen 2016 und 2023. Das Ergebnis fällt eindeutiger aus, als die Debatte vermuten lässt.

Die Kennziffer und was sie misst

Der ADAC rechnet mit der Pannenkennziffer, kurz PKZ: Pannen je 1000 zugelassene Fahrzeuge eines Modelljahrgangs. Niedriger ist besser. Weil Autos mit den Jahren mehr Pannen haben, ist ein Vergleich nur innerhalb derselben Altersklasse sinnvoll. Genau so weist der ADAC die Zahlen für Elektroautos und Verbrenner aus, für die Erstzulassungsjahre 2020 bis 2023:

  • Zwei Jahre alt — Elektroauto 2,1 — Verbrenner 5,8 (Pannen je 1000 Bestandsfahrzeuge, Einsatzjahr 2025)
  • Vier Jahre alt — Elektroauto 6,5 — Verbrenner 12,5
  • Fünf Jahre alt — Elektroauto 10,3 — Verbrenner 17,4; der ADAC beziffert den Abstand mit „um 40 Prozent geringer“

Die Bestwerte — und die Auffälligkeiten

Bei den dreijährigen Fahrzeugen nennt der ADAC den BMW i3 mit einer Kennziffer von 0,4 und das Tesla Model 3 mit 0,7 als zuverlässigste Vertreter; beschränkt man den Blick auf Verbrenner, sind es der Mini und der BMW X2 mit jeweils 0,8. Am anderen Ende der Skala nennt der Club namentlich den Toyota C-HR, der „in zahlreichen Jahrgängen zu den unzuverlässigsten Fahrzeugen seiner Klasse zählt“, und ergänzt, Gleiches gelte für RAV4, Yaris beziehungsweise Yaris Cross und Corolla desselben Herstellers. Unter den Elektroautos fallen dem ADAC die vergleichsweise hohen Pannenzahlen des Hyundai Ioniq 5 auf. Die Statistik ist also kein Antriebsurteil: Es gibt auffällige Stromer und sehr pannenarme Verbrenner.

Die Ursache ist bei beiden dieselbe

Der wichtigste Befund steht nicht in der Antriebsspalte. 45,4 Prozent aller Pannen gingen 2025 auf die 12-Volt-Batterie zurück, nach 44,9 Prozent im Vorjahr — mit weitem Abstand vor Motor und Motorelektronik (21,8 Prozent), Anlasser, Generator, Bordnetz und Beleuchtung (10,4 Prozent), Reifenschäden (8,9 Prozent) und Schließsystemen (6,8 Prozent). Gemeint ist auch beim Elektroauto nicht der Antriebsakku, sondern die kleine Bordnetzbatterie, die dort ebenso verbaut ist. Wer sein Auto seltener am Straßenrand sehen will, gewinnt also weniger durch die Antriebswahl als durch eine Batterie, die noch Kapazität hat.

Was die Zahlen nicht sagen

Drei Einschränkungen gehören dazu. Erstens ist die Erhebung eine Auswertung von ADAC-Einsätzen, nicht eine repräsentative Stichprobe aller Autos in Deutschland. Zweitens sagt eine Pannenkennziffer nichts über die Kosten: Ein Fahrzeug kann selten liegenbleiben und trotzdem teure Werkstattaufenthalte verursachen — dafür ist der TÜV-Report mit seinen Mängelquoten die passendere Quelle, weil er einen anderen Vorgang misst, nämlich die Hauptuntersuchung. Drittens sind Elektroautos im Bestand im Schnitt anders genutzt als Verbrenner. Der ADAC hält dagegen fest, dass „Verbrenner in jedem Alter häufiger Pannen erleiden als Elektrofahrzeuge“ — die Aussage gilt also nicht nur für einen Jahrgang.

Bemerkenswert ist unabhängig vom Antrieb, wie sehr die Zuverlässigkeit insgesamt gestiegen ist: Bei zehnjährigen Fahrzeugen sank die Pannenwahrscheinlichkeit laut ADAC von 6,5 Prozent im Jahr 2015 auf 3,1 Prozent im Jahr 2025, bei fünfjährigen von 3,6 auf 2,1 Prozent. Ein zehn Jahre altes Auto von heute bleibt seltener liegen als ein fünf Jahre altes von damals.

Sources

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