Skip to content
LIVE
Automotive/Buying guide

Blockiergebühr: Vier Netze nennen einen Preis, und bei EnBW ist der Deckel nach sechs Stunden erreicht

Die Standzeitgebühr ist der einzige Posten im Ladepreis, den man vollständig vermeiden kann. Was die großen Netze dafür veröffentlichen — und warum die Tesla-Zahl nicht in dieselbe Spalte gehört.

Meridians Technik-Redaktion

Published 2. September 2026 · Updated 2. September 2026 · 5 min read

Blockiergebühr: Vier Netze nennen einen Preis, und bei EnBW ist der Deckel nach sechs Stunden erreichtAutomotive
Photo: Foto von Kindel Media / Pexels (Pexels-Lizenz — kostenlos nutzbar, Nennung rechtlich nicht erforderlich (oben dennoch angegeben).)

The short answer

  • Vier der fünf großen Ladenetze in Deutschland veröffentlichen eine Blockier- oder Standzeitgebühr: EnBW, Aral pulse, EWE Go und — in anderer Form — Tesla. Ionity nennt auf seinen abgerufenen Preis- und FAQ-Seiten keine.
  • Die Freigrenzen liegen zwischen 45 Minuten und vier Stunden, die Minutenpreise zwischen 10 und 50 Cent. Zwei Anbieter deckeln den Betrag, einer nicht.
  • Tesla erhebt keine klassische Blockiergebühr, sondern eine Staugebühr, die nur an ausgelasteten Standorten und erst ab 80 Prozent Ladestand greift.
  • Der ADAC hält seit 2023 fest, dass es für diese Gebühr keine einheitliche Gebührenordnung gibt — der Nutzer findet sie nur auf der Website oder in der App des jeweiligen Anbieters.

Disclosure: some links on this page may earn Meridians a commission at no extra cost to you. Commission never influences our testing, ranking or verdicts. Read our affiliate policy.

Der Ladepreis eines Elektroautos besteht aus Posten, die man nicht beeinflussen kann — dem Kilowattstundenpreis, der Grundgebühr des Tarifs, dem Aufschlag beim Laden an einer fremden Säule. Und aus einem, den man vollständig vermeiden kann: der Blockiergebühr. Sie fällt an, wenn das Auto nach dem Ladeende noch am Kabel hängt. Vier der fünf großen Netze in Deutschland veröffentlichen einen Betrag dafür. Sie sind sich weder über die Höhe einig noch darüber, ab wann sie greift.

Was die Anbieter veröffentlichen

  • EnBW mobility+ — 10 Cent pro zusätzliche Minute — ab einer Anschlussdauer von über vier Stunden, höchstens 12,00 Euro pro Ladevorgang
  • Aral pulse, DC-Ladepunkte — 0,15 Euro pro Minute — ab 45 Minuten Anschlusszeit, ohne Obergrenze; an bp- und Aral-pulse-eigenen Ladepunkten fällt sie nicht an
  • Aral pulse, AC-Ladepunkte bis 22 kW — 0,15 Euro pro Minute — ab 120 Minuten Anschlusszeit, ohne Obergrenze; dieselbe Ausnahme für eigene Ladepunkte
  • EWE Go — 0,10 Euro pro Minute — ab vier Stunden Standzeit, höchstens 24,00 Euro pro Ladevorgang, ausschließlich an Partner-Ladestationen (an eigenen Stationen keine)
  • Tesla Supercharger — 0,50 Euro pro Minute — als Staugebühr, nicht als Blockiergebühr: nur wenn der Standort ausgelastet ist und der Ladestand bei mindestens 80 Prozent liegt oder der Ladevorgang beendet ist, mit fünf Minuten Karenzzeit
  • Ionity — kein veröffentlichter Betrag — auf den abgerufenen Preis- und FAQ-Seiten wird weder eine Blockier- noch eine Standzeitgebühr genannt

Wann die Obergrenze erreicht ist

Zwei der Beträge sind gedeckelt, und beide Deckel lassen sich exakt ausrechnen. Bei EnBW kostet jede Minute nach der vierten Stunde 10 Cent; die Obergrenze von 12,00 Euro ist damit nach 120 zusätzlichen Minuten erreicht, also nach insgesamt sechs Stunden an der Säule. Danach wird es nicht mehr teurer. Bei EWE Go entspricht die Obergrenze von 24,00 Euro bei 10 Cent pro Minute 240 Minuten über der Freigrenze — also acht Stunden Standzeit insgesamt.

Aral pulse veröffentlicht keine Obergrenze. Am DC-Ladepunkt beginnt die Uhr nach 45 Minuten: Wer 90 Minuten angeschlossen bleibt, zahlt 45 Minuten zu 0,15 Euro, also 6,75 Euro. Wer drei Stunden stehen bleibt, zahlt für 135 Minuten — 20,25 Euro. Am AC-Punkt sind die ersten zwei Stunden frei, danach gilt derselbe Minutenpreis. Wichtig für die Praxis: Nach der abgerufenen Tarifseite entfällt diese Gebühr an den Ladepunkten von bp und Aral pulse selbst. Sie trifft also, wer mit der Aral-pulse-Karte an fremden Säulen lädt.

Warum die Tesla-Zahl nicht in dieselbe Spalte gehört

Die 0,50 Euro pro Minute bei Tesla sind der höchste Minutenpreis in dieser Aufstellung, aber sie folgen einer anderen Logik. Tesla nennt auf seiner Gebührenseite keine eigenständige Blockiergebühr, sondern eine Staugebühr. Sie greift nur, wenn der Standort ausgelastet ist — und selbst dann erst, wenn der Akku bei mindestens 80 Prozent steht oder der Ladevorgang beendet ist. Fünf Minuten Karenzzeit bleiben zum Abstecken und Wegfahren. An einem leeren Supercharger kostet Stehenbleiben nach dieser Seite nichts. Steht man dagegen an einem vollen Standort zehn Minuten zu lang, sind es 5,00 Euro; eine halbe Stunde kostet 15,00 Euro. Kein anderes Netz in dieser Aufstellung erreicht diesen Betrag so schnell.

Der Anbieter, der keinen Betrag nennt

Ionity veröffentlicht Kilowattstundenpreise — 0,69 Euro pro kWh für spontanes Laden, 0,66 Euro über die App, laut Pressemitteilung vom 12. Februar 2026, dazu Abonnements für 5,99 Euro (Motion) und 11,99 Euro (Power) im Monat mit kWh-Preisen ab 0,39 Euro. Eine Blockier- oder Standzeitgebühr steht auf den abgerufenen Preis- und FAQ-Seiten nicht. Das ist kein Beleg dafür, dass keine erhoben wird — es heißt nur, dass sich an dieser Stelle kein veröffentlichter Betrag findet, den man in eine Vergleichszeile schreiben könnte.

Der ADAC hat das Grundproblem bereits am 26. Juni 2023 benannt: Die Höhe der Blockiergebühr sei anbieterabhängig, und nicht immer sei sie auf einen Maximalbetrag gedeckelt. Der Verband schrieb damals: „Bisher gibt es dafür keine einheitliche Gebührenordnung, diese findet der Nutzer auf der Webseite oder in der App des Anbieters.“ Drei Jahre später gilt der Satz unverändert — und er ist der eigentliche Grund, warum eine Liste wie diese sechs verschiedene Regelwerke nebeneinanderstellen muss statt einer Tabelle mit einer Spalte.

Sources

Every factual claim above is traceable to these documents. Check them — that is why they are here.

About this byline

Meridians Technik-Redaktion is an editorial desk at Meridians, not an individual. A desk byline means the article was produced and fact-checked to that desk's published standards. Read our editorial standards and corrections policy.

Anzeige

Paid placement · not editorial

Related reading

The Meridians Brief

One considered email a week

What changed, what it costs you, and what to do about it — from the Meridians desks. No sponsored picks disguised as recommendations.

Sign-up opens with our launch issue. Nothing is sent or stored yet.