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Frankreichs neue Fast-Fashion-Abgabe ist in Kraft — bis zu 12 Euro je Kleidungsstück bei Shein- und Temu-Bestellungen

Eine Umweltabgabe pro Artikel, die auf Shein, Temu und AliExpress zielt, gilt in Frankreich seit dem 1. September. Sie kommt zu der EU-weiten Zollpauschale von 3 Euro hinzu, die bereits seit Juli erhoben wird.

Meridians Leben-Redaktion

Published 2. September 2026 · Updated 2. September 2026 · 4 min read

Frankreichs neue Fast-Fashion-Abgabe ist in Kraft — bis zu 12 Euro je Kleidungsstück bei Shein- und Temu-BestellungenFashion
Photo: Photo by Leticia Ribeiro / Pexels (Pexels License — free to use, no attribution legally required (credited above as good practice).)

The short answer

  • Frankreichs Abgabe auf „Ultra-Fast-Fashion“ gilt seit dem 1. September 2026, Grundlage ist ein am 28. August veröffentlichtes Dekret.
  • Für 2026/2027 reicht die Abgabe von 0,50 Euro auf Unterwäsche bis 12 Euro auf Jacken und Mäntel, begrenzt auf 50 Prozent des Nettopreises.
  • Sie trifft Händler, die zwei Kriterien erfüllen — breites Sortiment und schlechte Reparierbarkeit —, in der Praxis also Shein, Temu und AliExpress, während H&M, Zara und Kiabi ausgenommen sind.
  • Sie kommt zu einer gesonderten EU-weiten Zollpauschale von 3 Euro auf Sendungen unter 150 Euro aus Drittstaaten hinzu, die seit dem 1. Juli 2026 gilt.

Eine neue französische Abgabe, die auf Ultra-Fast-Fashion-Händler zielt, gilt seit dem 1. September 2026. Sie verteuert ein einzelnes bei Shein, Temu oder AliExpress gekauftes Kleidungsstück um bis zu 12 Euro.

Was sich geändert hat — und wann

Die Abgabe, ein sogenannter Malus, geht auf ein Gesetz zurück, das das französische Parlament im Juni 2026 verabschiedet hat. Ein Durchführungsdekret vom 28. August 2026 setzte Artikel 5 dieses Gesetzes zum 1. September in Kraft.

Wie viel, und worauf

  • Für 2026/2027 reichen die Sätze von 0,50 Euro auf Unterwäsche und Boxershorts bis 12 Euro auf Jacken und Mäntel.
  • Berichtete Zwischenstufen für 2026 sind unter anderem 2,00 Euro für T-Shirts und 9,00 Euro für Jeans.
  • Bis 2030 steigt die Spanne auf 2,00 bis 19,50 Euro je Artikel.
  • Die Abgabe ist auf 50 Prozent des Nettopreises des Artikels begrenzt.

Wer sie tatsächlich zahlt

Der Malus gilt nur für Händler, die zwei Kriterien kumulativ erfüllen: einen Reparierbarkeitsindex, der die Reparaturkosten ins Verhältnis zum Verkaufspreis setzt und berücksichtigt, ob die Marke Reparaturdienste anbietet, sowie die Breite des Sortiments. In der Praxis zielt diese Konstruktion auf Shein, Temu und AliExpress, während klassische Händler wie H&M, Zara und Kiabi ausgenommen sind. Erhoben wird die Abgabe nicht vom Zoll, sondern von Refashion, der französischen Organisation für die erweiterte Herstellerverantwortung bei Alttextilien.

Die schädlichen Folgen der Ultra-Fast-Fashion für unsere Umwelt und unsere Wirtschaft sind bekannt und belegt.

Mathieu Lefevre, französischer Minister für den ökologischen Wandel

Reaktionen

Marie Castagné vom Réseau national des ressourceries et recycleries, einem Verband der Recyclingbranche, sagte, die Organisation „bedauert diese Entscheidung“ und wolle die Abgabe auf alle Fast-Fashion-Marken ausgeweitet sehen, nicht nur auf das Ultra-Fast-Fashion-Segment. Unabhängig davon hat China die Maßnahme als diskriminierend bezeichnet und mit möglichen Gegenmaßnahmen gedroht.

Der EU-weite Hintergrund

Seit dem 1. Juli 2026 erheben zudem alle EU-Mitgliedstaaten eine befristete Zollpauschale von 3 Euro auf Sendungen bis zu einem Wert von 150 Euro, die direkt aus Drittstaaten an Verbraucher gehen. Sie gilt bis zum 1. Juli 2028; dann soll die Freigrenze von 150 Euro selbst vollständig entfallen.

Sources

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