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Klimaservice: Drei Anbieter nennen einen Preis, zwei nicht — und das Kältemittel kostet 50 Euro Aufschlag

ATU, Euromaster und ein ADAC-Prüfzentrum veröffentlichen Festpreise für den Klimaservice. pitstop und Vergölst nennen auf ihren eigenen Preisseiten keine Zahl. Der größte Einzelunterschied liegt nicht in der Arbeit, sondern im Stoff, der eingefüllt wird.

Meridians Technik-Redaktion

Published 27. August 2026 · Updated 27. August 2026 · 6 min read

Klimaservice: Drei Anbieter nennen einen Preis, zwei nicht — und das Kältemittel kostet 50 Euro AufschlagAutomotive
Photo: Foto von Danilo Marcelino / Pexels (Pexels-Lizenz — kostenlos nutzbar, Nennung rechtlich nicht erforderlich (oben dennoch angegeben).)

The short answer

  • Von fünf abgerufenen Anbietern veröffentlichen drei einen konkreten Preis für den Klimaservice: ATU, Euromaster und das ADAC-Prüfzentrum Nordbayern.
  • pitstop und Vergölst beschreiben auf ihren Service- und Kostenseiten den Leistungsumfang, nennen aber keinen Betrag.
  • Bei allen drei Anbietern mit Preisliste kostet derselbe Service mit dem neueren Kältemittel R1234yf zwischen 50 und 64 Euro mehr als mit R134a.
  • Der Grund dafür steht nicht in der Werkstatt, sondern in einer EU-Richtlinie: Seit 2017 dürfen Neufahrzeuge kein Kältemittel mit einem Treibhauspotenzial über 150 mehr enthalten.

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Der Klimaservice ist eine der wenigen Werkstattleistungen, die sich sauber vergleichen lassen. Der Ablauf ist überall derselbe: altes Kältemittel absaugen, die Anlage trocknen, auf Dichtheit prüfen, mit der vom Hersteller vorgegebenen Menge neu befüllen. Trotzdem findet man auf den Seiten der großen Ketten selten eine Zahl. Wir haben fünf Anbieter abgerufen. Drei nennen einen Preis, zwei nicht. Keiner der drei kennzeichnet seine Beträge ausdrücklich als Netto- oder Bruttopreis; alle Angebote richten sich an Endkunden, und bei allen dreien ist das Kältemittel im genannten Preis enthalten.

Was tatsächlich veröffentlicht ist

  • ADAC-Prüfzentrum Nordbayern — 85 Euro (Mitglied) beziehungsweise 95 Euro (Nichtmitglied) mit R134a, 135 beziehungsweise 145 Euro mit R1234yf — Absaugen des Restkältemittels, Ermitteln der Befüllmenge, Trocknen und Befüllen des Systems; Dauer rund 60 Minuten; 19 Euro Zuschlag, wenn die Anlage nicht funktioniert; nicht für Elektro-, Plug-in-Hybrid- und Wasserstofffahrzeuge
  • ATU — 99 Euro (Basis) bis 159,99 Euro (Premium) mit R134a, 149,99 Euro (Basis) bis 209,99 Euro (Premium) mit R1234yf — Funktionsprüfung, Absaugen und Entfeuchten, Dichtheitsprüfung, Befüllen auf die vom Hersteller vorgeschriebene Menge, Endkontrolle; Innenraumfilterwechsel und Desinfektion je nach Paket; laut ATU fallen keine zusätzlichen Kosten für das Kältemittel an
  • Euromaster — 105 Euro (Basis) bis 196 Euro (All Inklusive) mit R134a, 169 Euro (Basis) bis 275 Euro (All Inklusive) mit R1234yf — Funktions- und Sichtprüfung sowie Kältemitteltausch inklusive Kältemittel; ausdrücklich als Onlinepreis gekennzeichnet, vor Ort sind laut Euromaster Abweichungen möglich; leere Anlagen sind ausgeschlossen
  • pitstop — kein Preis. Die Serviceseite beschreibt Klimacheck mit Kältemittelbefüllung, Desinfektion und Innenraumfilterwechsel, nennt aber keinen Betrag; die Preisermittlung ist an die Online-Buchung gekoppelt
  • Vergölst — kein Preis. Die Seite mit dem Titel Klimaservice Kosten nennt zwei Varianten — mit Nachfüllen des Kältemittels R134a bis zu 250 Gramm sowie mit Reinigen und Desinfizieren — und verweist für den Betrag auf die Buchungsseite

Der Aufschlag heißt R1234yf

Bei allen drei Anbietern mit Preisliste ist derselbe Service mit dem neueren Kältemittel deutlich teurer. Zwischen der günstigsten R134a- und der günstigsten R1234yf-Variante liegen beim ADAC-Prüfzentrum Nordbayern 50 Euro, bei ATU 50,99 Euro und bei Euromaster 64 Euro. Diese Differenzen sind aus den veröffentlichten Beträgen gerechnet, nicht von den Anbietern ausgewiesen. Welches Kältemittel im Auto steckt, hängt am Baujahr und an einer EU-Richtlinie: Die Richtlinie 2006/40/EG untersagt laut Umweltbundesamt in Pkw-Klimaanlagen fluorierte Kältemittel mit einem Treibhauspotenzial über 150 — seit dem 1. Januar 2011 für neue Fahrzeugtypen, seit dem 1. Januar 2017 für alle Neufahrzeuge. R134a liegt über diesem Wert. Wer ein Fahrzeug ab Baujahr 2017 fährt, zahlt also den höheren Preis, und zwar nicht wegen zusätzlicher Arbeit, sondern wegen des Stoffs, der eingefüllt wird.

Wie oft überhaupt?

Hier gehen die Empfehlungen auseinander, und der ADAC benennt das in seinem Ratgeber offen: Fahrzeughersteller sähen eine Wartung erst bei merklich reduzierter Kälteleistung vor, während Servicefirmen wegen möglicher teurer Folgeschäden durch Kältemittelverlust meist alle zwei Jahre raten. Zahlen nennt der ADAC ebenfalls. Ältere Fahrzeug-Klimaanlagen können demnach 8 bis 10 Prozent Kältemittel im Jahr verlieren, bei Füllmengen zwischen 500 und 1.500 Gramm also etwa 60 bis 130 Gramm jährlich. Bei neueren Anlagen darf die Leckrate gesetzlich 40 Gramm im Jahr nicht überschreiten, bei Systemen mit zwei Verdampfern 60 Gramm. Die Kosten eines Klimaservice beziffert der ADAC mit ungefähr 60 bis 130 Euro — die abgerufenen Listenpreise liegen bei R134a in dieser Spanne oder knapp darüber, bei R1234yf durchweg darüber.

Der Innenraumfilter ist ein eigener Posten

Wer nur nachfüllen lässt, bekommt den Filter nicht automatisch mit. Bei ATU ist der Innenraumfilterwechsel je nach Paket enthalten. Bei Euromaster kostet der Sprung vom Basis- zum All-Inklusive-Paket 91 Euro bei R134a und 106 Euro bei R1234yf; auch diese Differenzen sind aus den veröffentlichten Preisen gerechnet. Der ADAC empfiehlt, den Innenraumfilter im Frühjahr nach den feuchten Jahreszeiten Herbst und Winter zu wechseln, und rät zu Filtern mit Aktivkohle.

Sources

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