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Zahnriemen: 60.000 oder 240.000 Kilometer — der Unterschied ist das Modell, nicht der Riemen

Die Intervalltabelle des ADAC spreizt sich um den Faktor vier. Daneben steht eine Jahresangabe, die viele übersehen — und ein Preis, den keine Kette veröffentlicht.

Meridians Technik-Redaktion

Published 25. August 2026 · Updated 25. August 2026 · 6 min read

Zahnriemen: 60.000 oder 240.000 Kilometer — der Unterschied ist das Modell, nicht der RiemenAutomotive
Photo: Foto von Jose Ricardo Barraza Morachis / Pexels (Pexels-Lizenz — kostenlos nutzbar, Nennung rechtlich nicht erforderlich (oben dennoch angegeben).)

The short answer

  • Die vom ADAC veröffentlichte Intervalltabelle reicht von 60.000 Kilometern beim VW Golf IV bis 240.000 Kilometern beim Ford Fiesta und VW Golf VII.
  • Neben dem Kilometerwert steht bei vielen Modellen eine Jahresangabe von sechs oder zehn Jahren; gewechselt wird, was früher eintritt.
  • Reißt der Zahnriemen, können laut ADAC Ventile und Kolben kollidieren — in der Regel ein kapitaler Motorschaden.
  • Einen Festpreis veröffentlicht keine der abgerufenen Ketten: ATU nennt für den Zahnriemenwechsel ausdrücklich „Preis auf Anfrage“.

Es gibt Wartungsposten, bei denen ein Faustwert weiterhilft. Der Zahnriemen gehört nicht dazu. Die Intervalltabelle, die der ADAC veröffentlicht, spreizt sich zwischen 60.000 und 240.000 Kilometern — Faktor vier, und zwar zwischen Autos derselben Marke. Wer sich an eine gemerkte Zahl hält statt an die Vorgabe für sein Modell, wechselt entweder zu früh und bezahlt umsonst, oder zu spät und riskiert den Motor.

Die Intervalle, die der ADAC veröffentlicht

Die folgenden Werte stammen aus der Modelltabelle des ADAC. Sie sind Beispiele, keine vollständige Liste, und ersetzen nicht den Blick in das Serviceheft oder die Herstellervorgabe für die konkrete Motorisierung.

  • Citroën C3 (2018–2023) — 120.000 Kilometer — 6 Jahre
  • Fiat 500 (2007–2020) — 120.000 Kilometer — 6 Jahre
  • Ford Fiesta (2019–2024) — 240.000 Kilometer — 10 Jahre
  • Mercedes A-Klasse (ab 2018) — 200.000 Kilometer — 10 Jahre
  • Nissan Qashqai (2014–2018) — 150.000 Kilometer — 6 Jahre
  • Opel Mokka (2012–2018) — 150.000 Kilometer — 6 Jahre
  • Peugeot 308 (2014–2018) — 180.000 Kilometer — 10 Jahre
  • Renault Clio (2012–2018) — 150.000 Kilometer — 6 Jahre
  • Škoda Octavia (2013–2019) — 210.000 Kilometer — keine Jahresangabe in der Tabelle
  • VW Golf IV (1997–2000) — 60.000 Kilometer — keine Jahresangabe in der Tabelle
  • VW Golf VII (2017–2020) — 240.000 Kilometer — keine Jahresangabe in der Tabelle

Die Jahreszahl ist keine Nebenbemerkung

Der ADAC formuliert die Regel eindeutig: Hersteller definieren Intervalle sowohl über Zeit- als auch über Kilometerangaben, und gewechselt wird, „je nachdem, was früher eintritt“. Für Wenigfahrer ist das der entscheidende Satz. Ein Fiat 500 mit 40.000 Kilometern nach sieben Jahren ist nach Kilometerstand weit vom Intervall entfernt und nach Zeitvorgabe überfällig. Gummi altert im Stand — die Laufleistung allein sagt darüber nichts.

Was beim Riss passiert

Der ADAC beschreibt den Mechanismus knapp: „Reißt der Zahnriemen, kommen die Steuerzeiten des Motors durcheinander und die Ventile können mit den Kolben kollidieren.“ Das Ergebnis ist in der Regel ein kapitaler Motorschaden. Ausnahmen gibt es bei sogenannten Freiläufer-Motoren, bei denen die Ventile auch bei falscher Steuerzeit genug Abstand zu den Kolben haben — laut ADAC allerdings selten. Ob der eigene Motor dazugehört, ist keine Frage, die man auf Verdacht beantworten sollte.

Was mitgetauscht wird — und warum das den Preis bestimmt

Der Riemen selbst ist der billigste Teil der Rechnung. Der ADAC hält fest, dass Werkstätten in der Regel neben dem neuen Zahnriemen auch eine neue Spannrolle und, je nach Modell, eine neue Wasserpumpe verbauen. ATU beschreibt den eigenen Leistungsumfang ähnlich: Austausch der Spann- und Umlenkrollen nach Herstellervorgaben, dazu Anbaumaterial und Kühlerfrostschutz, wahlweise mit oder ohne Wasserpumpe. Weil die Pumpe beim Zahnriemenwechsel ohnehin freiliegt, wird ihr Tausch bei vielen Motoren gleich miterledigt — die Arbeitszeit fiele sonst ein zweites Mal an.

Den Preis veröffentlicht niemand

Wir haben nach einem Festpreis gesucht und keinen gefunden. Die ATU-Serviceseite zum Zahnriemen nennt statt eines Betrags „Preis auf Anfrage“ und verlangt zuerst die Auswahl von Fahrzeug und Filiale. Der ADAC nennt in seinem Ratgeber ebenfalls keine Beträge, sondern nur die Bandbreite: Die Kosten variierten von Fahrzeug zu Fahrzeug stark, ältere Autos kämen teilweise „schon für wenige hundert Euro“ davon, bei neueren Modellen könne es „auch mal in die Tausende gehen“. Wir schreiben diese Spanne nicht in eine Tabelle um, weil sie keine ist. Was Sie stattdessen tun können: einen schriftlichen Kostenvoranschlag verlangen, der Riemen, Spann- und Umlenkrollen, Wasserpumpe, Kühlmittel und Arbeitszeit getrennt ausweist. Erst dann sind zwei Angebote vergleichbar.

Steuerkette statt Zahnriemen — kein Freibrief

Viele Motoren haben statt des Riemens eine Steuerkette, und die gilt als wartungsärmer. Der ADAC nennt den geringen Verschleiß und die deutlich höheren Wartungsintervalle als Vorteil, weist aber ausdrücklich darauf hin, dass auch die Kette verschleißt: Sie kann sich längen und ebenfalls einen Motorschaden verursachen. „Wartungsfrei“ und „wartungsarm“ sind zwei verschiedene Worte.

Sources

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