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Winterreifen: Wann sie Pflicht sind, was ein Verstoß kostet — und was sechs gute Reifen kosten

Deutschland kennt kein Datum, ab dem Winterreifen vorgeschrieben sind, sondern eine Wetterlage. Seit Oktober 2024 reicht die alte M+S-Kennung nicht mehr. Die Bußgelder und die vom ADAC erhobenen Preise im Überblick.

Meridians Technik-Redaktion

Published 22. August 2026 · Updated 22. August 2026 · 6 min read

Winterreifen: Wann sie Pflicht sind, was ein Verstoß kostet — und was sechs gute Reifen kostenAutomotive
Photo: Foto von Britt Smeyers / Pexels (Pexels-Lizenz — kostenlos nutzbar, Nennung rechtlich nicht erforderlich (oben dennoch angegeben).)

The short answer

  • In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht: Nicht der Kalender entscheidet, sondern ob Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte herrscht (§ 2 Absatz 3a StVO).
  • Seit dem 1. Oktober 2024 sind Reifen, die nur die M+S-Kennung tragen, bei winterlichen Straßenverhältnissen nicht mehr zulässig. Erforderlich ist das Alpine-Symbol — auch bei Ganzjahresreifen und auch für ausländische Kennzeichen.
  • Der Verstoß kostet die fahrende Person laut ADAC 60 Euro und einen Punkt, mit Behinderung 80 Euro, mit Gefährdung 100 Euro; der Halter zahlt 75 Euro und bekommt ebenfalls einen Punkt.
  • Der ADAC hat im Winterreifentest vom September 2025 in der Größe 225/40 R18 31 Reifen geprüft; 15 davon bewertete er als nicht empfehlenswert. Die Preise der sechs mit gut bewerteten Modelle stehen unten.

Die verbreitetste Auskunft zur Winterreifenpflicht ist ein Merksatz — von O bis O, von Oktober bis Ostern. Im Gesetz steht er nicht. Der ADAC hält in einer Presseinformation dagegen: Die Faustregel stimme nur bedingt, denn auch davor und danach könne es zu winterlichen Straßenverhältnissen kommen. Wer sich auf den Kalender verlässt, verlässt sich auf die falsche Größe.

Was das Gesetz tatsächlich verlangt

Maßgeblich ist § 2 Absatz 3a der Straßenverkehrs-Ordnung. Danach darf ein Kraftfahrzeug bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte nur geführt werden, wenn alle Räder mit Reifen ausgerüstet sind, die den Anforderungen des § 36 Absatz 4 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung genügen. Es ist also eine situative Pflicht, die an die Straßenlage anknüpft, nicht an ein Datum — und sie gilt für alle vier Räder, nicht nur für die angetriebenen. Einspurige Kraftfahrzeuge, also Motorräder, nimmt die Vorschrift ausdrücklich aus.

M+S allein genügt seit Oktober 2024 nicht mehr

Anforderung des § 36 Absatz 4 StVZO ist heute das Alpine-Symbol: ein stilisierter Berggipfel mit Schneeflocke. Für Reifen, die vor dem 1. Januar 2018 hergestellt wurden und nur die Kennung M+S tragen, lief eine Übergangsfrist, die am 30. September 2024 endete. Seit dem 1. Oktober 2024 sind solche Reifen bei winterlichen Straßenverhältnissen nicht mehr erlaubt. Das Herstellungsdatum steht als DOT-Nummer in der Reifenflanke. Die Regel gilt laut ADAC gleichermaßen für Ganzjahresreifen und für Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen.

Was ein Verstoß kostet

  • Fahren bei winterlichen Straßenverhältnissen ohne geeignete Bereifung — 60 Euro und ein Punkt — laut ADAC
  • Dasselbe mit Behinderung anderer — 80 Euro und ein Punkt — laut ADAC
  • Dasselbe mit Gefährdung — 100 Euro und ein Punkt — laut ADAC
  • Halterin oder Halter, die eine solche Fahrt anordnen oder zulassen — 75 Euro und ein Punkt — laut ADAC

Profiltiefe: was erlaubt ist und was hilft

Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern. Der ADAC empfiehlt für Winterreifen deutlich mehr, nämlich mindestens vier Millimeter, und rät, Winterreifen nach spätestens sechs Jahren zu ersetzen, weil die Gummimischung verhärtet. Beides sind Empfehlungen des ADAC, keine Rechtspflichten — wer mit 2 Millimetern fährt, begeht keine Ordnungswidrigkeit wegen der Profiltiefe, verlängert aber den Bremsweg.

Was gute Winterreifen kosten

Meridians testet keine Reifen. Die folgenden Zahlen stammen vollständig aus dem ADAC Winterreifentest, veröffentlicht am 23. September 2025, Dimension 225/40 R18. Der ADAC gibt an, es handele sich um mittlere Preise für ganz Deutschland, erhoben zu einem festgelegten Stichtag bei 25 repräsentativen Reifenfachhändlern, jeweils pro Reifen. Aufgeführt sind alle sechs Modelle, die im Test die Note gut erreichten — mehr waren es nicht.

  • Goodyear UltraGrip Performance 3 — 171,00 Euro je Reifen — ADAC-Gesamturteil 2,0, bester Reifen im Test
  • Michelin Pilot Alpin 5 — 177,00 Euro je Reifen — ADAC-Gesamturteil 2,1
  • Bridgestone Blizzak 6 — 167,00 Euro je Reifen — ADAC-Gesamturteil 2,2
  • Dunlop Winter Sport 5 — 169,00 Euro je Reifen — ADAC-Gesamturteil 2,4
  • Hankook Winter i*cept evo3 W330 — 140,00 Euro je Reifen — ADAC-Gesamturteil 2,4
  • Continental WinterContact TS 870 P — 177,00 Euro je Reifen — ADAC-Gesamturteil 2,5

Der Test enthält daneben eine Zahl, die den Preisvergleich relativiert: Von den 31 geprüften Reifen bewertete der ADAC 15 als nicht empfehlenswert, und alle elf mit mangelhaft benoteten Modelle stammten aus dem Einstiegssegment. Der Abstand zeigt sich vor allem beim Bremsen auf nasser Fahrbahn.

Sources

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